Rückblick

Alles aus Kapitel IV auf einen Blick — zum Wiederholen vor Test oder Prüfung.

Strecken, Verschieben, Spiegeln

Der Graph von \(g\) entsteht aus dem Graphen von \(f\) durch

$$g(x) = a\cdot f\big(b(x-c)\big) + d \qquad (b \gt 0)$$

ParameterWirkung auf den Graphen
\(a\)Streckung in \(y\)-Richtung mit \(|a|\); für \(a \lt 0\) zusätzlich Spiegelung an der \(x\)-Achse
\(b\)Streckung in \(x\)-Richtung mit \(\tfrac{1}{b}\)
\(c\)Verschiebung um \(c\) in \(x\)-Richtung
\(d\)Verschiebung um \(d\) in \(y\)-Richtung

Sonderfälle: \(g(x)=-f(x)\) spiegelt an der \(x\)-Achse, \(g(x)=f(-x)\) an der \(y\)-Achse, \(g(x)=-f(-x)\) am Ursprung \(O(0\,|\,0)\).

Trigonometrische Funktionen

Für \(f\) mit \(f(x)=a\cdot\sin\big(b(x-c)\big)+d\) und \(b \gt 0\):

Der Kosinus ist nur ein verschobener Sinus: \(\cos(x)=\sin\left(x+\tfrac{\pi}{2}\right)\). Alle Aussagen gelten deshalb für \(a\cdot\cos\big(b(x-c)\big)+d\) genauso.

Strategien zum Lösen von Gleichungen — zuerst so umformen, dass auf einer Seite \(0\) steht.

BauartWerkzeug
\(ax^2+bx+c=0\) \(x_{1,2}=\dfrac{-b\pm\sqrt{b^2-4ac}}{2a}\)
\(p(x)\cdot q(x)=0\) Satz vom Nullprodukt: \(p(x)=0\) oder \(q(x)=0\)
jeder Summand enthält \(x\)\(x\) ausklammern, dann Nullprodukt
\(a\cdot e^{2x}+b\cdot e^{x}+c=0\)Substitution \(z=e^x\)
\(ax^4+bx^2+c=0\)Substitution \(z=x^2\)
\(a\cdot\sin^2(x)+b\cdot\sin(x)+c=0\)Substitution \(z=\sin(x)\)

Nach jeder Substitution steht eine quadratische Gleichung in \(z\). Danach zurücksubstituieren und prüfen, ob jedes \(z\) überhaupt ein \(x\) liefert: \(e^x\) ist immer positiv, \(x^2\) nie negativ, \(\sin(x)\) liegt zwischen \(-1\) und \(1\).

Die Stufenleiter

$$F \;\longrightarrow\; f \;\longrightarrow\; f' \;\longrightarrow\; f''$$

Zwischen je zwei benachbarten Ebenen gilt dasselbe. Steht \(g\) über \(g'\), so gilt an jeder Stelle \(x_0\):

\(g'\) hat dort …… dann hat \(g\) dort
Nullstelle mit Vorzeichenwechseleine Extremstelle
Nullstelle ohne Vorzeichenwechseleine Sattelstelle
Extremstelleeine Wendestelle

Für Intervalle: \(g'(x) \gt 0\) heißt streng monoton steigend, \(g'(x) \lt 0\) streng monoton fallend.

Nach oben ist der Weg nicht eindeutig: Alle Stammfunktionen \(F(x)+c\) haben dieselben besonderen Stellen, liegen aber unterschiedlich hoch.

Vom Funktionsterm zum Graphen
Vielfachheit der NullstelleDer Graph …
einfachschneidet die \(x\)-Achse
gerade (\(2\), \(4\), …)berührt die Achse — Extremstelle
ungerade \(\ge 3\)geht mit einem Sattelpunkt hindurch

Verhalten für \(x\to\pm\infty\): Es entscheidet die höchste Potenz. Gerader Grad — beide Enden laufen in dieselbe Richtung; ungerader Grad — in entgegengesetzte. Ein negativer Leitkoeffizient dreht beides um.

Symmetrie: nur gerade Hochzahlen \(\Rightarrow\) achsensymmetrisch zur \(y\)-Achse (\(f(-x)=f(x)\)); nur ungerade \(\Rightarrow\) punktsymmetrisch zum Ursprung (\(f(-x)=-f(x)\)).

So skizzierst du: 1. Nullstellen mit Vielfachheit. 2. Verhalten für \(x\to\pm\infty\). 3. Symmetrie. 4. Extrem- und Wendepunkte berechnen.

Anwendungen: Höhe und Fläche

Beschreibt \(f\) die Änderungsrate einer Größe:

FrageAnsatz
Rate zum Zeitpunkt \(t\)\(f(t)\)
Änderung im Intervall \([t_1;\,t_2]\) \(\displaystyle\int_{t_1}^{t_2} f(t)\,\mathrm{d}t\)
Bestand zum Zeitpunkt \(t\) \(\displaystyle B(t)=B(0)+\int_{0}^{t} f(t)\,\mathrm{d}t\)
Bestand wie zu Beginn \(\displaystyle\int_{0}^{t_1} f(t)\,\mathrm{d}t=0\)
Bestand maximal \(f(t)=0\) mit Wechsel von \(+\) nach \(-\)

Zwei Graphen vergleichen: Die Höhe sagt, wer gerade schneller ist; die Fläche zwischen den Graphen sagt, wer vorn liegt.

Die drei häufigsten Fallen