Rückblick

Alles aus Kapitel VIII auf einen Blick — zum Wiederholen vor Test oder Prüfung.

Pfadregeln
RegelAnwendung
Produktregel Wahrscheinlichkeiten entlang eines Pfades multiplizieren — ergibt die Wahrscheinlichkeit eines Ergebnisses
Summenregel Wahrscheinlichkeiten aller Pfade eines Ereignisses addieren
Gegenereignis \(P(\overline{E}) = 1 - P(E)\) — der kurze Weg bei „mindestens“
Erwartungswert einer Zufallsgröße

$$E(X) = x_1\cdot P(X=x_1) + x_2\cdot P(X=x_2) + \ldots + x_n\cdot P(X=x_n)$$

\(E(X)\) gibt an, welcher Wert für \(X\) auf lange Sicht durchschnittlich pro Durchführung zu erwarten ist.

Ein Spiel heißt fair, wenn der Erwartungswert des Gewinns \(0\) ist. Der Ansatz für eine gesuchte Auszahlung lautet also \(E(X) = 0\).

Bedingte Wahrscheinlichkeit

Wahrscheinlichkeit von \(B\) unter der Bedingung, dass \(A\) eingetreten ist:

$$P_A(B) = \frac{P(A \cap B)}{P(A)}$$

In der Vierfeldertafel ist das der Wert eines inneren Feldes, geteilt durch die Summe seiner Zeile. Im Allgemeinen ist \(P_A(B) \neq P_B(A)\).

\(B\)\(\overline{B}\)
\(A\)\(P(A\cap B)\)\(P(A\cap\overline{B})\)\(P(A)\)
\(\overline{A}\)\(P(\overline{A}\cap B)\)\(P(\overline{A}\cap\overline{B})\)\(P(\overline{A})\)
\(P(B)\)\(P(\overline{B})\)\(1\)
Stochastische Unabhängigkeit

Zwei Ereignisse \(A\) und \(B\) sind genau dann stochastisch unabhängig, wenn

$$P_A(B) = P(B) \qquad\text{bzw. gleichwertig}\qquad P(A\cap B) = P(A)\cdot P(B)$$

Zum Prüfen nimmt man die Produktform: beide Randwerte multiplizieren und mit dem inneren Feld vergleichen.

Formel von Bernoulli

Zählt \(X\) die Treffer einer Bernoulli-Kette der Länge \(n\) mit Trefferwahrscheinlichkeit \(p\), so ist \(X\) binomialverteilt (kurz \(B_{n;\,p}\)-verteilt), und für \(k = 0,\ 1,\ \ldots,\ n\) gilt:

$$P(X=k) = \binom{n}{k}\cdot p^k\cdot (1-p)^{\,n-k}$$

Die kumulierte Wahrscheinlichkeit ist \(P(X\le k) = P(X=0) + \ldots + P(X=k)\).

gefragtgerechnet als
genau \(k\)\(P(X=k)\)
höchstens \(k\)\(P(X\le k)\)
mindestens \(k\)\(1 - P(X\le k-1)\)
zwischen \(a\) und \(b\)\(P(X\le b) - P(X\le a-1)\)
Erwartungswert und Histogramm

Für eine \(B_{n;\,p}\)-verteilte Zufallsgröße gilt

$$\mu = E(X) = n\cdot p \qquad\text{und}\qquad \sigma = \sqrt{n\cdot p\cdot(1-p)}$$

Problemlösen: welcher Parameter ist gesucht?
gesuchtVorgehen
\(P(X=k)\), \(P(X\le k)\)direkt einsetzen bzw. WTR
\(n\)Ungleichung aufstellen, \(n\) schrittweise erhöhen
\(p\)\(p\) systematisch probieren; bei \(k=1\) auch algebraisch
\(k\)kumulierte Werte durchgehen, bis die Schranke erreicht ist

Der Standardansatz für „mindestens \(k\) Treffer mit mindestens \(q\)“:

$$P(X\ge k) \ge q \iff 1 - P(X\le k-1) \ge q \iff P(X\le k-1) \le 1-q$$

Normalverteilung

Eine stetige Zufallsgröße \(X\) heißt normalverteilt mit \(\mu\) und \(\sigma\), wenn für \(a \le b\) gilt:

$$P(a \le X \le b) = \int_a^b \varphi_{\mu;\,\sigma}(x)\,\mathrm{d}x, \qquad \varphi_{\mu;\,\sigma}(x) = \frac{1}{\sigma\sqrt{2\pi}}\cdot e^{-\frac{(x-\mu)^2}{2\sigma^2}}$$

Die zugehörige Gauß’sche Glockenkurve hat den Hochpunkt bei \(x = \mu\) und die Wendepunkte bei \(x = \mu \pm \sigma\); sie ist achsensymmetrisch zu \(x=\mu\), und die Gesamtfläche unter ihr ist \(1\).

BereichWahrscheinlichkeit
\(\mu \pm \sigma\)\(\approx 68{,}3\,\%\)
\(\mu \pm 2\sigma\)\(\approx 95{,}4\,\%\)
\(\mu \pm 3\sigma\)\(\approx 99{,}7\,\%\)
Binomialverteilt oder normalverteilt?
binomialverteiltnormalverteilt
Werte\(0,\ 1,\ \ldots,\ n\) (diskret) alle reellen Zahlen (stetig)
WahrscheinlichkeitHöhe einer Säule Fläche unter der Kurve
Einzelwert\(P(X=k) \gt 0\)\(P(X=a) = 0\)
Parameter\(n\) und \(p\)\(\mu\) und \(\sigma\)
WerkzeugFormel von Bernoulli, binomial cdf Integral, normal cdf

Beide hängen zusammen: Wird \(n\) groß, so schmiegt sich das Histogramm der Binomialverteilung immer besser an die Glockenkurve mit denselben \(\mu\) und \(\sigma\) an. Brauchbar wird die Näherung ab \(\sigma \gt 3\).

Die häufigsten Fallen
Das kannst du jetzt

Zuordnen

Tippe je zwei Karten an, die zusammengehören.